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Japan – eine unheimliche Katastrophe 16.3.2011

Wir alle denken in diesen Tagen an die Menschen in Japan. Das Beben, der Tsunami und nun der nukleare Supergau. Jedes einzelne Ereignis für sich ist schlimm und unvorstellbar genug. Wir nehmen Anteil am Schicksal der Menschen, die so fern und in ihrem Unglück menschlich so nah sind!

Wie scheinheilig ist die deutsche Diskussion über die Laufzeiten von Atomkraftwerken. Das populistische Moratorium ist Wahlkampftaktik, nichts anderes.  Japan zeigt, dass nukleare Reaktionen im Katastrophenfall nicht mehr steuerbar sind. Als im Jahr 1945 der Kommandant des Manhattan-Project mit dem bezeichnenden Namen “Trinity” sagte: “Wir spielen mit Kräften, die bisher nur dem Allmächtigen vorbehalten waren”, sprach er eine fürchterliche Wahrheit aus.

Wissenschaftlicher und technologischer Fortschritt müssen endlich begrenzt werden. Jahrzehnte hat es gedauert, um den Rüstungswahnsinn zu beenden. Was muss geschehen, bis die Verwendung der Atomkraft so lange ausgesetzt wird, bis sie beherrschbar wird. Es ist zynisch in einem solchen Zusammenhang zu behaupten, ein Restrisiko bleibe immer. Zynisch deshalb, weil wir seit Hiroshima und Tschernobyl wissen, wie risikoreich die Atomkraft ist.

Zynisch ist die Bemerkung, dass die radioaktive Wolke aus Japan bei einer anderen Windrichtung “dann eben über Russland” abregne. Leben dort Menschen, die weniger schützenswert sind?

Kinder haben ein sehr gesundes Empfinden an diesem Punkt: “Warum steht immer nur der Profit im Vordergrund”? Ja genau.

Und schon wieder reden wir hier über Strompreiserhöhungen als Konsequenz der Katastrophe. Schämen wir uns eigentlich nicht?